Station5
Ich habe drei Monate auf der Kardiologie im Jüdischen Krankenhaus Berlin verbracht. Mein Alltag bestand vor allem aus den typischen pflegerischen Tätigkeiten: morgens bei der Grundpflege helfen, Blutdruck und Temperatur messen, Essen austeilen und abräumen sowie auf Patientenklingeln reagieren. Insgesamt hatte ich teilweise das Gefühl, dass die Arbeit als Pflegepraktikant wenig wertgeschätzt wurde. Die meisten Kolleginnen und Kollegen waren aber freundlich und der Kontakt zum ärztlichen Team war gut. Wenn auf Station genug Zeit war, konnte ich auch bei den Visiten mitgehen. Besonders interessant war, dass ich gegen Ende zweimal bei einer Herzkatheteruntersuchung dabei sein durfte. Der zuständige Oberarzt hat mir dabei einiges erklärt, was für mich definitiv zu den Highlights des Praktikums gehörte. Während der drei Monate habe ich auch einige außergewöhnliche Situationen erlebt. Ich wurde erstmals intensiv mit dem Thema Tod konfrontiert und habe mehrfach beim Transport verstorbener Patienten in die Leichenhalle geholfen. Außerdem musste das Krankenhaus wegen des Fundes einer Weltkriegsbombe in unmittelbarer Nähe organisatorisch reagieren und Patienten wurden teilweise innerhalb des Hauses verlegt. Auch mehrere Corona-Ausbrüche auf der Station habe ich miterlebt. Die Organisation des Praktikums fand ich insgesamt unkompliziert. Vor Beginn musste ich persönlich zu einem kurzen Gespräch vorbeikommen und bekam anschließend direkt den Platz. Ich konnte Wünsche bezüglich der Station äußern und grundsätzlich bestand auch die Möglichkeit, andere Bereiche kennenzulernen. Insgesamt war das Praktikum eine intensive und teilweise lehrreiche Erfahrung. Noch einmal würde ich es dort allerdings eher nicht absolvieren.